COMMON GROUND - Eine gemeinsame Praxis
Von Johanna Preissler & Carina Riedl (Co-Hosts COMMON GROUND)
Ein großer Teppich entsteht seit 2022 in der gemeinsamen Arbeit vieler Menschen. Jede Person hinterlässt einen geflochtenen Zopf, der Teil des Teppichs wird - und damit eine Spur darin.
Im Rahmen der miteinander verbrachten Zeit öffnet sich Raum für Austausch und Gespräche. Die handwerkliche Technik ist einfach und kann sofort angewendet werden.
Aussortiertes und Weggeworfenes verwandelt sich in ein Objekt, das allen Platz bietet – um in Dialog zu treten, zuzuhören und voneinander zu lernen.
Raum für Austausch und Gespräche
COMMON GROUND ist ein partizipatives Projekt, das Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und Generationen, mit unterschiedlicher Herkunft, Bildung und Lebenserfahrung niederschwellig und gleichberechtigt zusammenführt. In den Flecht-Sessions entsteht ein offener Raum für gemeinsames Handeln, der gleichzeitig den Austausch und die Reflexion darüber ermöglicht, wie zusammen leben und lernen überhaupt möglich wird. Der beständig wachsende Teppich dokumentiert die gemeinsame Praxis dabei ganz konkret und macht sie als Objekt, das auch auf metaphorischer Ebene Symbolkraft entfaltet, sinnlich erfahrbar.
COMMON GROUND entsteht in gemeinsamen Flecht-Sessions - bis zum Sommer 2025 waren es 42 Veranstaltungen mit 669 Teilnehmenden. Sie werden zur Zeit von einem 4-köpfigen Team gehostet und stehen in regelmäßigen Open Sessions grundsätzlich allen Menschen offen. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit Gruppen, Communities und Kooperationspartnern aus ganz verschiedenen Bereichen.
So wie Demokratie ein stets unabgeschlossener Prozess bleibt, der davon lebt, dass Menschen sie in aktiver Beteiligung immer wieder erneuern und weitertragen, machen die Teilnehmenden auch bei COMMON GROUND die Erfahrung, dass sie gemeinsam an einem größeren Ganzen arbeiten, das immer weiter wächst und doch keine endgültige Bestimmung und kein Fertigsein kennt. COMMON GROUND untersucht also auf verschiedenen Ebenen, aus welchem Stoff Gemeinschaft gemacht ist.
Eine Reihe von Begegnungen
Unter dem Titel COMMON GROUND*S begeben wir uns im Rahmen der Europäischen Demokratiehauptstadt mit Gästen in den Austausch, die auf ganz unterschiedliche Weise auch an einem Common Ground arbeiten.
Bei den Flecht-Sessions im Kulturhaus Brotfabrik geht es den Herbst über um Menschen und Projekte, die soziale Gerechtigkeit, Gemeinsamkeit und Teilhabe in den Mittelpunkt stellen. Zusammen mit ihnen und allen Teilnehmer*innen werden wir uns die Frage stellen, was einen Common Ground ausmacht, wodurch Solidarität entsteht, wie wir Unterschiede, Vielstimmigkeit und Widersprüche zulassen und gemeinsam wachsen können.
ZU GAST BEI COMMON GROUND*S:
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Garten der Begegnung. Gemeinsam landwirtschaften.
Samstag, 27. September 16 bis 18 Uhr
Der Garten der Begegnung in unmittelbarer Nähe des Erstaufnahmezentrums für Flüchtlinge in Traiskirchen ist ein freier, geschützter Begegnungsort der aktiven Zivilgesellschaft, der Raum für alle bietet, sofern sie die Vielfalt begrüßen und die Würde jedes Menschen achten. Hier findet Begegnung auf verschiedenen Ebenen statt: ökologische Landwirtschaft, Willkommenskultur, Information für Geflüchtete, kultureller Austausch, Aktivitäten sowohl für Schulkinder wie auch für interessierte Berufsgruppen, Bewegung und Sport zur Traumabewältigung und als Gewaltprävention, Deutschkurse, Kulinarik, Treffpunkt für Frauen, Workshops und Kulturevents. https://www.gartenderbegegnung.com/ -
Planet 10 - Planeta 10 - Gezegen 10
Samstag, 25. Oktober 16 bis 18 Uhr
Queer – partizipativ – feministisch. Planet 10 ist ein Projekt zur Umverteilung von Privilegien (wie Besitz von oder Zugang zu Geld, Jobs, Wohnraum, Platz…) und zur partizipativen Nutzung und Gestaltung eines Hauses und der Aktivitäten im Haus. Eine in vielerlei Hinsicht gemischte Gruppe (viele Geschlechter, mehrere Sprachen, verschiedene Ideen, viele Herkünfte – örtlich, materiell, politisch usw.) besitzt und organisiert das Hausprojekt. Durch Umverteilung konnte das Haus gekauft werden, die Räume sollen für alle benutzbar sein. Voraussetzung dafür ist, dass der Umverteilungsgedanke tägliche Praxis bleibt - das heißt, alle, die etwas auf dem Planeten veranstalten oder den Planeten besuchen wollen und umverteilen können, werden gebeten, das auch zu tun, sei es in Form von Geld oder nötigem Material, von Mitarbeit oder was immer den Beteiligten einfällt. https://www.planet10wien.at/
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Dynama Donau – Der Brigittenauer FLINTA* Fußballverein
Samstag, 13. Dezember 17 bis 19 Uhr
Gegründet im Sommer 2010 will Dynama Donau als Team FLINTA*-Personen die Möglichkeit bieten, Fussball zu spielen und dabei auch zur Sichtbarmachung von FLINTA*-Personen im Fussball beitragen. Jegliche Form von Diskriminierung (wie Rassismus, Sexismus, Transfeindlichkeit und Queerfeindlichkeit) wird abgelehnt, das Team versteht sich als feministisch und antifaschistisch. Wer mit diesen Grundsätzen einverstanden ist, ist gern gesehen (auch als Zuschauer_in)! Gemma kicken! https://dynamadonau.at/
SPECIAL ZUM ABSCHLUSS DES DEMOKRATIEHAUPTSTADT-JAHRES:
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Samstag, 22. November 16 bis 18 Uhr:
Wir laden alle bisher beteiligten Gruppen, Einzel-Teilnehmer*innen und Kooperationspartner*innen ebenso wie neue Gäste ein, den Common Ground im Rahmen einer Open Session mit uns zu feiern.
Für alle Veranstaltungen gilt:
Offen für Alle, keine Anmeldung notwendig, kostenfrei
Adresse: 10., Absberggasse 27, Stiege 3
https://buildacommonground.wixsite.com/home
@buildacommonground